Motivation

Atiklan

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Leser, lieber Mayafan, verehrte Archäologen, Architekten und Wissenschaftler sonstiger Fachbereiche der Mayaforschung,

wir möchten Ihnen auf dieser Webseite unser Pilotprojekt einer dreidimensionalen Animation vorstellen, die wir in Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen – Architekten, Archäologen und Computerfachmänner – erstellt haben.

Bevor wir zur eigentlichen Darstellung kommen einige Worte über unsere Motivation bezüglich des Projektes:

Aufgrund langjähriger Forschungsprojekte in den  verschiedenen  archäologischen Stätten der Mayawelt und Expeditionen in unzugängliche Gebiete Guatemalas  weiß man heute, dass noch immer eine Vielzahl von Mayastadtstaaten unter dem Regenwald des Peten verborgen liegen.

Forschungsprojekte der Vergangenheit beschäftigten sich fast ausschließlich mit dem Ausgraben von Monumenten. Durch das Freilegen der Strukturen hoffte man neue wissenschaftliche Ergebnisse über die Kultur zu erlangen und anhand von Forschungstunneln wurde versucht, spektakuläre Gräber von großen Königen zu entdecken. Projekte, die zwar halfen, die Mayakultur besser verstehen und zeitlich einordnen zu können, doch zumeist kein wesentlicher Beitrag zum Schutz des Weltkulturerbe, zur Rettung dieser geschichtlich wertvollen Tempel, Pyramiden, Paläste etc.. Im Gegenteil, viele jener Projekte hinterließen die freigelegten Monumente – oft mit nicht wieder verfüllten Tunneln, die die innere Standfestigkeit des Gebäudes extrem beeinträchtigen können – häufig ohne fachgerechte Präparierung gegen die in Zukunft auf die Gebäude hineinbrechenden zerstörerischen Einflüsse der Witterung (Wind, Regen und Sonne), die den Strukturen in kurzer Zeit erheblichen Schaden zufügen können. Jedem wirklich guten Wissenschaftler und besorgtem Liebhaber der Mayakultur sollte heute klar sein, dass zunächst die in Gefahr befindlichen Zeugnisse der Kultur geschützt werden müssen!! Es gibt eine unendliche Zahl an Gebäuden, ja archäologische Stätten in ihrer Gesamtheit, die in sich in Gefahr der totalen und damit unwiederbringlichen Zerstörung befinden. Denkmalpflegerische Arbeiten wie die Konservierung von Mayagebäuden muss ganz oben in der Liste der notwendigen Maßnahmen angesiedelt werden.

Selbst die UNESCO, die mit ihren hoch wertvollen und beispiellosen Projekten bereits eine Vielzahl an archäologischen Stätten gerettet, geschützt, konserviert, restauriert und rekonstruiert hat, hat bislang nicht die Dringlichkeit einer Überarbeitung der Herangehensweise an die große und wichtige Aufgabe „Schutz des Kulturerbes Mayawelt“ erkannt. Die archäologischen Stätten, die in die Liste „Weltkulturerbe der Menschheit“ aufgenommen werden, sind ausschließlich die größten und eindruckvollsten. Kleinere, nicht so viel Aufsehen erregende und für den Tourismus nicht so interessante fallen hinten runter. Obwohl in den großen Stätten wie Chichen Itza, Palenque und Tikal seit vielen Jahren alle wichtigen Konservierungsarbeiten abgeschlossen sind und es mittlerweile nur noch um Millionen verschlingende Freilegungen und Rekonstruktionen geht, wird kein Augenmerk auf eine flächendeckende Analyse des Mayagebiets gelegt. Im Zuge solch einer Analyse könnte eine Unmenge an Kulturgütern, die ansonsten langsam aber sicher eines nach dem anderen in sich zusammenfallen oder von Grabräubern zerstört werden, gerettet und geschützt werden. Gelder werden immer noch und ausschließlich für eine bestimmte Stätte aufgebracht, in der dann über Jahre gearbeitet wird. Es wäre sehr wichtig, eine interdisziplinäre Gruppe von Wissenschaftlern zu formieren, die dezentral arbeitend die gesamte Mayaregion analysiert, um festzustellen, in welchen Stätten umgehend denkmalpflegerische Notmaßnahmen durchgeführt  werden müssen.

Der im letzten Jahr verstorbene Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts – Professor Wolfgang W. Wurster – hat in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW, mit Sitz in Frankfurt, ein mustergültiges und zukunftsweisendes Projekt gegründet, das bislang seines gleichen sucht!! Mit dem „Triangulo Cultural Yaxha-Nakum-Naranjo“ wurde 1994 ein Projekt gegründet, das zum ersten Mal in der Mayaforschung nicht nur eine archäologische  Stätte oder gar nur ein monumentales Gebäude untersucht, sondern ein Gebiet von 1,200 Quadratkilometern, innerhalb dessen Grenzen sich drei riesige archäologische Stätten – Yaxha, Nakum und Naranjo – befinden und 13 Unterzentren.

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